Farbe rein – Stress raus

Also gut. Wenn es ALLE machen, dann will ich es auch versuchen. Mandala malen.
Unter den 20 meisterverkauften Amazonbüchern seit Anfang 2016 sind vier Ausmalbücher für Erwachsene, meldet die FAZ, und die Buntstifte-Hersteller fahren Sonderschichten. „Flucht in die Farbe“, nennt es das Manager Magazin. Da muss doch was dran sein. Oder?

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Der zauberhafte Mann hat neulich auch so ein Buch mitgebracht – und ich hab im Supermarkt zu gegriffen, als mir ein Hobbypaket samt Stifte in die Augen gesprungen ist. Der Titel „FarbenFroh – Mal dir dein Leben neu aus“ hat mir irgendwie angesprochen.

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Es soll ja sehr entspannend und entschleunigend sein, sich nur auf das Ausmalen der kleinen Felder zu konzentrieren. Farbe rein – Stress raus, steht auf dem sehr hübschen Ausmalbuch des zauberhaften Mannes. Du findest es hier, wenn du es auch mal versuchen willst.

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Ich habe mir ein Motiv aus dem FarbenFroh-Heft ausgesucht und will rausfinden, wie das funktioniert mit dem meditativen Malen. Buntstifte herausgekramt und los geht’s.

Ach warte, nee, ich muss noch schnell Theos Windel wechseln.

Oh.

Ausgerechnet der grüne Buntstift ist stumpf. Wo ist der Spitzer…?! Hm. Gut. Spitzer gefunden – auch die übrigen stumpfen Stifte gespitzt.

Ein Kaffee wäre jetzt schön. Aber dann kann es los gehen.
Theo? Wo bist du? Nein, nicht mit dem Hammer auf den Boden hauen!

Eine halbe Stunde nach Experiment-Beginn ist es endlich soweit: Ich fange an, ein Bild auszumalen.

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Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal gemacht habe… und ich muss mich wirklich konzentrieren, ich will ja nicht über den Rand malen. Die einzige Entscheidung, die ich treffen muss, ist ob das nächste Feld gelb, grün, blau oder rot sein soll.

Puh. Das dauert.

Mein Gehirn arbeitet, obwohl es doch zur Ruhe kommen soll.

Male ich erst mit einer Farbe alles aus, was möglicherweise in der Farbe gut aussehen würde? Oder gehe ich Muster für Muster durch? Oder alles durcheinander, wie es mich gerade treibt?

Muss man eigentlich fest aufdrücken? Oder gerade nicht, weil es sonst nicht entspannt?

Gibt es eigentlich sowas wie einen Mandala-Arm? Quasi ein Tennisarm vom Malen?

Inzwischen sind locker zwei Stunden rum, mit kurzen Theo-Unterbrechungen. Das Bild ist immer noch nicht fertig und irgendwie stresst mich das.

Abendessen? Muss das noch schnell fertig machen! Theo umziehen? Muss das noch schnell fertig machen!

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Was bleibt den anderen da übrig als a) zu warten oder b) mitzumachen. 🙂

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Ich weiß gar nicht, wie lange ich am Ende WIRKLICH daran gesessen habe. Es kommt mir ewig vor. Was mich aber selbst etwas überrascht: Es macht Spaß! Es ist eine ganz andere Art von Abschalten.

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Mein Fazit:

tja. Ein bisschen zu sehr gehypt, finde ich.

Meditativ…? – hm, weiß ich nicht.

Insgesamt ist es aber eine schöne Abwechslung im Alltag. Ich probiere es auf jeden Fall noch mal… nächstes Mal in Kombination mit einem Hörbuch (ich höre gerade Robert Galbraith, Die Ernte des Bösen – der dritte Fall von Cormoran Strike – großartig und einfach zu spannend, um es links liegen zu lassen beim Malen!). Auch wenn das vielleicht nicht SO GANZ der Sinn der Sache ist.

Wenn du – so wie ich – allerdings schlecht Sachen liegen lassen kannst, dann wird dich das Ausmalen möglicherweise in Stress versetzen. Oder du nimmst es eben einfach als Übung.

Eine Übung in Geduld – und Gelassenheit.

 

 

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