3 Wanderungen, die Du auf Mallorca zur Mandelblüte machen musst

Es soll ein entspannter Kurzurlaub werden: Mein Bruder und ich haben meiner Mutter zum Geburtstag ein Wanderwochenende auf Mallorca geschenkt.

Ja, Malle.

„Die Insel hat echt auch ganz andere Seiten, da gibt’s nicht nur Ballermann“, gehört zu den Sätzen, die ich schon lange nicht mehr hören kann. Ist schon klar, dass es mehr gibt als Schinkenstraße und Co. Ist schon klar, dass man da auch toll wandern können soll. Erzählen ja einige. Aber stimmt das?

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Wir fliegen mit Handgepäck und Ryan Air für 80 Euro hin und zurück. Laut Internet muss man zwischen Mitte Januar und Mitte Februar auf der Insel sein, wenn man die Mandelblüte dort erleben will.

Es ist Mitte Februar…. und wir sind zu spät.

Die Mandelblüte ist durch. Also so gut wie durch. Ein paar Bäume tragen noch ein paar weiße Flusen, aber alles in allem sind wir gut zwei Wochen zu spät dran. Mist.

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Aber eigentlich geht es ja ums Wandern – die Blüte ist nur der Grund, ausgerechnet im Februar hierher zu fliegen.

Wir haben uns drei Touren ausgesucht – alle an der Westküste von Mallorca.

Wir steigen dafür zwei Nächte im hübschen Hotel Es Port in Port de Sóller ab. Eine herrschaftliche alte Ölmühle mit einem riesigen Garten und Spa Bereich.

Ich weiß nicht, wie es zu anderen Zeiten ist – aber im Februar ist das Es Port mehr oder weniger ein reines Wanderhotel. Und: Mit Mitte 30 gehöre ich zu den Jüngsten dort. Das muss man auch wissen.

Hier noch ein paar Fakten zum Hotel Es Port:

  • Das Frühstück ist toll! Mit Sekt, frisch gepresstem Orangensaft, hausgemachter Marmelade. Ach, es gibt einfach alles. Fast alles.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
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  • Die Zimmer sind einfach, aber geschmackvoll eingerichtet und haben einen kleinen Balkon. Die Heizung funktioniert super!
  • Abends gibt es ab und zu Live-Musik
  • Tag und Nacht brennt im Bar-Raum ein gemütliches Feuer im offenen Kamin
  • Es gibt geführte Wandertouren (die wir nicht ausprobiert haben, die sich aber gut anhören)
  • Mit 115 Euro pro Zimmer pro Nacht inklusive Frühstück bist du gut dabei. Aber ein Riiiiesen-Schnäppchen ist es jetzt auch nicht.
  • Das Abendessen kannst du dazu buchen. Es ist ein Büffet und kostet 21 Euro pro Person. Wir haben aber beide Abende am Hafen (5 Minuten zu Fuß) gegessen.

Besonders empfehlen kann ich dort das „El Pirata“ – toller Service, leckeres Essen – und super Wein. Leicht asiatisch angehaucht.
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Der Ort Port de Sóller ist zu dieser Jahreszeit auch echt zu empfehlen. Viele nette kleine Bars, in denen man nach einem Wandertag wunderbar einen Sundowner trinken kann.

 

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Wir haben ab Flughafen Palma einen Mietwagen, das macht uns etwas unabhängiger bei der Routenwahl. Aber kein Startpunkt ist vom weiter als 25 Kilometer vom Hotel entfernt.

Hier sind 3 wunderschöne Wanderungen – auch ohne Mandelblüte:

 

1- Hoch über dem Meer: eine der schönsten Touren der Insel

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Es geht los. Die erste Tour Tour führt vom malerischen (und im Februar tatsächlich fast leeren) Valldemossa (Busparkplatz) bergauf. Du kannst dich für ein Geierschutzgebiet anmelden und die Tour damit noch etwas verlängern, wir entscheiden uns aber für die kürzere Variante und streifen das Geiergebiet deshalb nur.

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Der Pfad geht moderat bergauf, vorbei ein einer Einsiedlerhöhle und führt auf einen breiten wunderschönen Grat hoch über dem Meer.

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Im Westen sieht man das Dörfchen Deià, im Süden guckt man in die Bucht von Palma. Kracher-Tour.

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Nach rund 4 Stunden sind wir wieder im Dorf, es hat ganz leicht angefangen zu nieseln. Macht aber nix. Ich bin glücklich und müde vom ersten Tag.


2- Gipfelbesteigung für Nicht-Schwindelfreie

Heute wollen wir auf den Puig de l’Ofre steigen, auf 1093 Meter. Der Wanderweg startet an einem Stausee inmitten Mallorcas höchster Bergen. Sehr malerisch. Es ist wunderbar sonnig und warm. 18 Grad, perfektes Wanderwetter im Februar.

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Der Weg zum Gipfel führt ziemlich unvermittelt nach etwa eineinhalb Stunden links bergauf – kleine Steinmänner zeigen uns, wo es lang geht.

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Ausgeschildert ist hier aber nichts so richtig. Wer nicht sooo gut zu Fuß ist, kann den Gipfel einfach links liegen lassen – aber die richtig schöne Tour führt nach oben. Mitten durch einen Wald, Gestrüpp und Gras. Hin und wieder müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen. Aber alles machbar. Und der Blick oben auf dem großzügigen Plateau entschädigt für die Schufterei.

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Der Rückweg zieht sich dann über einen breiteren Kamm Richtung Tal und ist ebenfalls gut machbar. Übrigens sind weder mein Bruder noch meine Mutter ganz schwindelfrei. Nur mal so zur Einordnung des Härtegrades.

In Sóller dann noch schnell die Kathedrale mit Orangenbäumchen bewundert, die Picasso-und Miro-Ausstellung im Bahnhöfchen beguckt und lecker Kaffee getrunken. Ein Besuch lohnt sich, es war aber schon jetzt im Februar ziemlich voll.

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3- Das geheimnisvolle Castell d’Alaro – oder: Was die Mallorquiner am Sonntag machen

Unsere letzte Tour beginnt super malerisch. Kurz hinter dem Örtchen Orient parken wir am Hotel Hermitage und steigen dann links in einen Olivenhain ein. Wunderschön – und überall Schafe.

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Der Weg führt dann durch einen Wald etwas steiler bergauf und anschließen ein paar langgezogene Steintreppen hinauf zum Castell d’Alaro.

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Mittelalterliche Ruinen, die sich auf knapp 820 Metern an den Berg drängen. Zu allen Seiten geht es steil hinab.

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Allerdings rauscht fünf Minuten nach uns ein Riesentrupp aus verschiedenen mallorquinischen Familien an, lärmend, lachend, laut diskutierend. Hm. Ist ja eigentlich schön und lebendig. Aber irgendwie vermisse ich die Ruhe der letzten Tage. Gott, ich werde alt!! Von der Ruine aus für die Tour über ein nahe gelegenes Ausflugslokal (sehr urig) wieder bergauf und zurück zur Ausgangsroute durch den Wald und den Olivenhain.

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Schöne Tour – auch bei den Einheimischen beliebt. Das ist ja immer ein gutes Zeichen. Trotzdem wegen der vielen Menschen nur auf Platz drei.

 

Das Finale in Palma

Am Nachmittag geht es dann nach Palma – noch ne kleine sonntägliche Shoppingrunde. Tolle Stadt, die ich mir beim nächsten Mal noch genauer anschauen will.

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Wir übernachten im sehr zentral gelegenen Hotel UR Misión. Ein bisschen abgerockt vielleicht, aber mit sehr viel Charme. Kosten: 110 Euro pro Zimmer inklusive Frühstück. Da würde ich beim nächsten Mal wieder hingehen.

In der Konditorei Santo Christo gibt’s guten Kaffee, riesige Schweinsohren mit Schokolade und passablen Mandelkuchen.

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Und abends finden wir uns dann in der nur fünf Gehminuten entfernten Tapas-Bar Casa Gallega wieder. Unbedingt vorne sitzen, nicht ins angrenzende Restaurant. Vorne gibt es Tapas aus der Vitrine, die unheimlich lecker sind und nur 1,90 Euro pro Stück kosten. Unschlagbar.

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Das Tolle an solchen Wanderkurzurlauben ist ja immer: Du bist nur drei Tage weg – aber du fühlst dich wie eine Woche Urlaub. Unbedingt machen – und den Rother Wanderführer Mallorca nicht vergessen.

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