3 Wanderungen, die Du auf Mallorca zur Mandelblüte machen musst

Es soll ein entspannter Kurzurlaub werden: Mein Bruder und ich haben meiner Mutter zum Geburtstag ein Wanderwochenende auf Mallorca geschenkt.

Ja, Malle.

„Die Insel hat echt auch ganz andere Seiten, da gibt’s nicht nur Ballermann“, gehört zu den Sätzen, die ich schon lange nicht mehr hören kann. Ist schon klar, dass es mehr gibt als Schinkenstraße und Co. Ist schon klar, dass man da auch toll wandern können soll. Erzählen ja einige. Aber stimmt das? Weiterlesen

3 frische Winter-Tipps von der Ostsee

Ich sag’s lieber gleich vorweg: Es geht vor allem ums Essen. Ich hab ja hier schon vom Sommerurlaub an der Ostsee, genauer gesagt auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern, geschwärmt. Die Halbinsel ist aber auch im Winter ein Traum. Zugegeben ein ziemlich kühler. Aber dafür gibt es dort jetzt im Winter leckeren Sanddorn-Grog und selbst gemachten Glühwein aus Erdbeeren und Hagebutten. Ja, Hagebutten!

Der zauberhafte Mann, Baby Theo und ich haben uns wieder in unserer Familienwohnung in der Deichrose 1 einquartiert – wer möchte findet hier auch schöne Ferienwohnungen. Zum Strand sind es fünf bis zehn Minuten zu Fuß. Weiterlesen

3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol.2

Die ersten 120 Kilometer auf dem Weg von Frankreich nach Spanien verbringen wir schweigend. Wir liegen uns in den Haaren. Ernsthaft. Der zauberhafte Mann und ich – zum ersten Mal auf so engem Raum unterwegs, das ist eine echte Zerreißprobe für unsere Nerven.

Vier Wochen Elternzeit, das Ziel: Surfen lernen. Und jetzt gerade fühlt es sich wie ein völlig absurder Plan an.

Warum wir uns streiten? Ich habe es vergessen. Müdigkeit, zu weit links fahren, ich weiß es nicht mehr. Das sagt ja schon alles. Lagerkoller.
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Aber irgendwann braucht Baby Theo Mittagessen, er verlangt nach Mama und Papa – und wir raufen uns zusammen, lächeln einmal vorsichtig und versprechen uns, dass wir uns ab sofort ein bisschen mehr entspannen. Nicht zum letzten Mal auf dieser sonst so fabelhaften Tour.

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Frankreich und Le Gurp liegen hinter uns – hier kommt ein weiterer wunderbarer Ort für Baby, Bulli und Boards:

2- San-Vicente-de-la-Barquera, nordspanische Atlantikküste, Camping El Rosal

Wir fahren Richtung Süden immer am Atlantik entlang – 570 Kilometer liegen vor uns. Dazwischen, in Hossegor, kurz vor der spanischen Grenze, gibt es ein großes Outlet-Gewerbegebiet mit coolen Surfläden. Im Rip-Curl-Shop kaufen sich der zauberhafte Mann und ich dann auch endlich mal einen Neoprenanzug.

Knallenges Teil, in das ich mich da bei 35 Grad in der Umkleidekabine presse. Keine Ahnung, wie ich mich damit jemals auch nur einen Zentimeter bewegen soll.

„Muss so“, sagt die Verkäuferin streng. Auf keinen Fall auch nur eine halbe Nummer größer kaufen. Na gut. Eingetütet. Ein Schnäppchen wars aber nicht zwingend, wie der anschließende unvorsichtige Online-Vergleich ergibt. Verdammt. Der Mann sieht darin aber sehr knackig aus, wie ich finde – und selbst Baby Theo trägt jetzt Neo.
IMG_5011Weiter Richtung San Vicente de la Barquera. Ein Bekannter hat uns diesen Ort in Nordspanien ans Herz gelegt. Ist auch zum Surfen super, sagt er. San Vicente war früher wohl ein  Fischerdorf, heute ist es eine kleine Stadt am Rande der Picos de Europa – einem eindrucksvollen nordspanischen Gebirge. Schneebedeckte Berge und Meer – das hört sich gut an. Und was soll ich sagen: Wir werden nicht enttäuscht.
San-Vicente-de-la-Barquera

Das Land ist grün und saftig, die Wellen fabelhaft, wer möchte, könnte hier auch tagelang wandern, mountainbiken oder klettern – all das geht super.

Aber WIR wollen ja surfen. Vom sehr netten aber etwas engen Campingplatz El Rosal aus (32 Euro pro Nacht), der direkt hinterm Strand gelegen ist, machen wir uns auf die Suche nach einer Surfschule. Und werden nur wenige Meter weiter die Straße runter fündig: Die Costa-Norte-Surfschule mit immerhin EINEM englischsprachigen Lehrer. Heißt es. Wir buchen je einen halben Tag (bedeutet hier 2 Stunden) für 30 Euro pro Person. Mit Theo-Betreuung wechseln wir uns ab.
IMG_0103Ich fange an, steige in den hautengen Neo  (wider Erwarten kann ich mich doch bewegen) und stapfe zur Schule, um ein Board auszuleihen. Der Mann hat Theo in die Kraxe gepackt und hält Händchen. Also meins.

Es ist windig, nein stürmisch und ich etwas unsicher. Ich habe es ja eigentlich nicht so mit Meer und Wellen. Ich gucke lieber drauf, als dass ich drin bin, versuche aber das Vorhaben als therapeutische Maßnahme zu sehen.
SplitShire_IMG_7764Dass der Surflehrer englisch kann, entpuppt sich als maßlose Übertreibung, ist aber jetzt auch schon egal. Ich bin aufgeregt. Wir machen zwei, drei Trockenübungen am Strand (Aufstehen auf dem Bord), dann geht’s ins Wasser. Bei Sturm und Unterströmung.

Und was soll ich sagen: Es macht trotzdem Höllenspaß. Ich stehe gleich den ersten Versuch im Weißwasser – und das ist ja erstmal das wichtigste.

Theo und der Mann feuern mich vom Strand aus an und versuchen irgendwie den kräftigen Böen und den bissigen Sandkörnern Widerstand zu leisten.

Weshalb es von diesem meinem ersten Surfversuch KEIN EINZIGES FOTO gibt.

Nach zwei Stunden bin ich platt – und der Mann auch. Die Surfschule hat SEINEN (späteren) Kurs wegen des Wetters abgeblasen. In Sachen Surfen steht es also 1:0 für mich. Ich feiere das mit Bier und ganz ausgezeichneten Tapas im El Mozucu.
IMG_4981 IMG_4979 IMG_4985Kann ich wirklich nur empfehlen, super Preis-Leistungsverhältnis! Es ist etwa 20 Minuten zu Fuß vom Campingplatz aus entfernt im Stadtkern von San Vicente.

Der Campingplatz ist nett (auch ohne Parzellen), das Waschhaus super sauber,  die Duschen knallheiß, die Wellen top, die Landschaft wunderschön.

Weil uns die Schule aber nicht überzeugt und weil es uns Richtung Portugal zieht, verlassen wir das wirklich wirklich tolle Nordspanien und San Vicente, um noch weiter im Süden unser Glück zu versuchen.

Da sollte es jetzt aber klappen mit dem gemeinsamen Surfkurs. Oder?!
Fehlt noch 1 wunderbarer Ort für Baby, Bulli und Surfboards – und der kommt ganz bald.

3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol. 1

Beschlossene Sache also. Wir lernen Surfen. Der Mann, Baby Theo (ja, der auch ein bisschen) und ich. Und zwar irgendwo auf dem Weg zwischen Hennef-Altenbödingen und Portugal.

Vier Wochen haben wir uns für diese Elternzeit-Tour genommen – und ehrliche gesagt, es hätte keine weniger sein dürfen.

Denn Surfen haben wir wirklich erst auf den allerletzten Drücker gelernt, ungefähr 3000 Kilometer später. Dafür umso toller und absolut babykompatibel. Aber dazu später.
IMG_0188Unser Bus Möhrchen ist voll gepackt, die Vorhänge fertig – es kann losgehen.

Hier kommen 3 ganz wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards:

1- Grayan et l’Hôpital an der französischen Atlantikküste – Campingplatz Le Gurp

Erstes Ziel der Tour – die Atlantikküste. Irgendwo muss die Suche nach einem schönen Surfspot ja beginnen.

Wir machen einen kleinen Schlenker durch die Auvergne, das vulkanische Herz Frankreichs, wandern auf den Puy den Dôme und entdecken den fabelhaften Campingplatz „Domaine les Gandins“ in Saint-Germain-de-Salles.
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Deshalb mogele ich den hier schnell dazwischen: Ein Landhaus von 1674 bildet den Kern, drum herum gibt es Hütten, große luxuriöse Zelte, Ferienwohnungen und natürlich Wiesen mit Bäumen für alle anderen (Freiluft-)Gäste.

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Das tolle Grundstück ist direkt an der Sioule gelegen, einem malerischen Fluss, in dem man auch baden kann. Außerdem gibt es einen Pool, Lagerfeuerstellen, eine kleine Open-Air-Bibliothek mit WLAN und wer möchte, kann sich fürs Abendessen anmelden und zusammen mit anderen – meist holländischen Familien – an einer großen Tafel und mit gutem Wein den Tag ausklingen lassen.

IMG_4887 IMG_4888 IMG_4893 IMG_4894Alles sehr gepflegt, wirklich superhübsch und auf jeden Fall eine Übernachtung wert. Preis: um die 36 Euro inklusive Strom pro Nacht für zwei Personen und Kind.

ABER – da wollen wir trotzdem nicht bleiben. Wir wollen ans Meer.

Der zauberhafte Mann weiß auch wohin. Le Gurp heißt der Campingplatz im Médoc, etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux und offenbar sehr beliebt bei coolen deutschen Camperfamilien. Die Betonung liegt auf cool.
IMG_0054 IMG_4943Auf diesem staatlichen Campingplatz gibt es keine Parzellen, dafür großzügige Plätze mitten zwischen Pinien, fünf Minuten vom Meer entfernt.
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„Irgendwie sind hier alle lässig“, denke ich direkt beim Ankommen. Aber nicht auf so eine gewollte, anstrengende Art, nein, irgendwie wirklich lässig. Ich glaube, die meisten kommen schon seit Jahren hierher. Und ich weiß jetzt wieso.

Der Pinienwald duftet, ich höre das Meeresrauschen, schaue mir die unterschiedlichsten Campingmodelle an – vom selbstausgebauten Bus, über die Auto-und-Zelt-Variante bis hin zum Airstream.

Ich sehe jede Menge Kinderbanden umherstromern und genieße das Draußensein. Das ist gleich zu Beginn vielleicht das Tollste: Draußen zu sein. Quasi rund um die Uhr. Baby Theo ist superentspannt, krabbelt und robbt durch die Gegend, untersucht die Zapfen, freut sich über die Nachbarskinder, hält Mittagsschlaf in der Hängematte.
IMG_0050Alles perfekt. Wäre da nicht – das Schlafen. Es ist nicht laut, gar nicht. Aber unbequem. Wir haben zwar eine dicke Decke unter uns ausgebreitet, aber die umgeklappten Sitze vom T4 sind einfach genau das: UNBEQUEM. Ich beneide Theo um sein selbstgebautes Bett, dabei ist gerade mal eine Woche um. Und es wird noch schlimmer werden, das ahne ich bereits.

Das Baby, das gar kein Baby mehr ist, feiert hier übrigens seinen ersten Geburtstag!
IMG_0059 IMG_4924Mit Kerze von den Nachbarn, Erdbeertörtchen und Milch zum Frühstück. Diese Erinnerung: unbezahlbar.
Der Rest: Preis pro Nacht in unserer Konstellation: 20 Euro.

Aber wir sind ja zum Surfen hier. Das Meer ist fünf Minuten zu Fuß entfernt. Es gibt auch eine ganz okaye Surfschule. Nur irgendwie… naja es ist kühl, einen Tag regnet es, wir haben keine Neoprenanzüge – und überhaupt: Es muss ja nicht gleich der erste Ort sein, oder?

Wir beschließen, wiederzukommen. Auf dem Rückweg. Wenn wir surfen können. Hoffentlich.

Hier noch schnell:

3 schöne Ausflüge rund um Le Gurp

1- Montalivet-les-Bains.
IMG_4949 IMG_4950Ca. 15 Kilometer von Le Gurp, gibt es einen tollen täglichen Markt. Was dem Deutschen die Currywurst, ist dem Médoc-Bewohner die Auster. An langen Stehtischen gibt’s frische Austern satt. 12 Stück und ein Glas Weißwein für 6 Euro. Herrlich!

2- Soulac-sur-Mer
IMG_4914Ein sehr hübscher Badeort. Aber das Beste ist: Es gibt eine lange Shoppingmeile mit vielen netten Läden.

3- Die Sardinade
IMG_0036 IMG_0041 IMG_0037So heißen mehrere kleine Volksfeste in der Gegend. Wir waren in Saint-Vivien. Es gibt gegrillte Sardinen (natürlich!) oder Muscheln und eine große Flasche Weißwein für kleines Geld. Dazu ein bisschen Dorfdisco, weinrote Wangen und liebenswerte Menschen. Unbedingt besuchen. Und falls gerade kein Fest ist – in Saint-Vivien gibt es eine tolle Tapas-Bar direkt am kleinen Hafen.

PS: Surfen kann man in Le Gurp auch ganz fabelhaft. Aber das werden wir erst auf dem Rückweg herausfinden.

PPS: Einziger, dafür großer, Minuspunkt in Le Gurp: Die Toiletten sind echt nur mäßig sauber.

So jetzt aber weiter. 2 wunderbare Orte fehlen ja noch. Einer in Nordspanien und einer in Portugal. Den nächsten gibt es morgen. Damit Du beim Lesen nicht müde wirst.

4 Wochen Surftour mit Baby und Bulli durch Europa und 4 nützliche DIY-Umbauten zur Vorbereitung

Ich gebe es zu: Ich bin Schuld. Ich habe unserem alten VW-Bus namens Möhrchen das Kennzeichen verpasst. SU-RF. Surf!!!! Und schon damals hat mich der Mann gescholten. Zu recht.

Was für ein Angeber-Kennzeichen für zwei Menschen, die überhaupt nicht surfen können.

surfIch für meinen Teil habe im Leben noch nicht auf so einem Ding gestanden. Das muss sich ändern. Ich will kein Angeberkennzeichen durch die Gegend fahren. Also Plan gefasst: Der Mann nimmt Elternzeit für Baby Theo und wir drei gondeln mit Möhrchen Richtung Süden um Surfen zu lernen. Frankreich, Nordspanien, Portugal – irgendwo wird es schon gehen.

Gut, dass Möhrchen immerhin eine umklappbare Rückbank und einen Tisch hat. Sonst aber nix. Machen wir uns an die Arbeit. Hier kommen 4 NÜTZLICHE DO-IT-YOURSELF-UMBAUTEN, die uns echt geholfen haben.

1- Kommode statt Sitz. Bei Amazon 60cm-breite Kommode geschossen. Sitz hinter dem Fahrersitz ausgebaut, Kommode auf Brett geschraubt, Brett und Kommode am Boden festgeschraubt. Und oben auf der Kommode noch eine ausrangierte Ikea-Holzkiste. Das alles für Küchenutensilien, die sonst garantiert vier Wochen lang durch die Gegend fliegen. Die Plastikdinger sind Babysicherungen, die in verhindern sollen, dass die Schubladen während der Fahrt aufgehen. Gibt’s bei dm.

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2- Blickdichte Vorhänge.
Es sollte Verdunklungsstoff sein, damit ja auch nicht das kleinste Fitzel greller Campingplatz-Beleuchtung reinscheint und wo möglich das Baby vom Schlafen abhält. Ich hatte die komplett Verdunklung ja eigentlich für überflüssig gehalten, aber der Mann hat sich durchgesetzt. Sehr zu recht, wie sich zeigen wird. Stoff für 5 Euro den Meter im Internet gekauft – und dann folgt die Sternstunde von unserer Freundin Vivi (Vivilovely), die unter anderem auf Dawanda (aber nicht nur da) ihre tollen Taschen verkauft. http://de.dawanda.com/shop/vivilovely. Die Frau kann also nähenIMG_2300IMG_2301 – und hat uns netterweise die Vorhänge für die Rundumverfinsterung fabriziert. Tausend Dank dafür. Das war großartig! Stabile Yacht-Druckknöpfe von Prym an Buswand und Stoff geschraubt und gehämmert – fertig.

3- Ein Babybett im Bus. Damit eins klar ist: Baby Theo darf sehr sehr gerne zwischen uns schlafen. In Ausnahmefällen. Oder irgendwann ab 8:30 Uhr morgens. Ansonsten – auch sehr gerne, nur dass ich dann eine wirklich schlaflose Nacht verbringe. Ist zwar zauberhaft, aber einfach zu eng wenn sich der kleine Kerl so an mich schmiegt. Deshalb muss eine Lösung her  – und der ebenfalls zauberhafte Mann findet sie im Internet.

IMG_2352IMG_2353IMG_4813Das Kinderbett liegt quer über Fahrer und Beifahrersitz auf dem Fensterrahmen auf und hat Stoffumspannungen, damit Baby Theo im Schlaf nicht runterpurzelt.
Man nehme 6 lange Holzlatten aus dem Baumarkt und zwei kurze Querlatten, schraube alles aneinander, spanne einen Billo-Ikea-Stoffvorhang drumherum und hake die überstehenden Reste mit Gummispannern fest. So ganz grob. Dann noch eine Kinderbett-Faltmatratze drauf und fertig. Hört sich komplizierter an als es ist, sage ICH, auch wenn ICH nur das Stofftackern übernommen habe.

Die genaue Anleitung zum Nachbauen findest du hier: http://www.gaskutsche.de/tipps_kinderbett.php

4- Ein Sonnen-Regen-Dach. Wir werden draußen sitzen. So gut wie ausschließlich, das ist klar. Eine Markise zum Rauskurbeln gibt es für den Bus, aber die ist uns zu teuer. Deshalb auch hier: Eigenbau. Eine Schiene an die Regenrinne geklebt, ein Stück LKW-Plane im Internet bestellt und ein paar Ösen dazu, um die Zeltstangen einzuhaken. Außerdem einen Keder, eine Randverstärkung, die uns wiederum Vivi netterweise an die Plane genäht hat. Ohne Industrienähmaschine wäre das glaube ich nicht gegangen. Die Plane kann man jetzt am Bus entlang „einfädeln“ – oder wie sagt man? Und dann mit den Zeltstangen und Schnüren aufrichten. Outdoordeutsch – Trieneke, Trieneke – Outdoordeutsch. Gemeint ist das hier:
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Klar könnten wir auch im Bus sitzen, am Klapptisch. Aber mit Baby kann ich das nicht empfehlen. Lieber Matschhose an und Baby draußen rumkrabbeln lassen – und dann sitzen wir selbst bei Regen schön unterm Dach, schlürfen heißen Kaffee, lesen und schauen Baby Theo beim Matsch essen zu.

Die Reise kann beginnen. Vier Wochen, ein Ziel: Surfen lernen. Egal wo. Und eins kann ich dir sagen: Wir haben Surfen gelernt. Aber dazwischen lagen 7000 Kilometer im Bus. Das Beste von der Tour, was sich an Umbauten bewährt hat und was nicht – und ein paar gute Tipps für Campingtouren mit Baby – gibt es hier. Ganz bald.

3 tolle Camping-Entdeckungen auf der Caravan Messe in Düsseldorf

Ich habe keine Ahnung wie Wohnmobile oder Wohnwagen von innen aussehen. Bestimmt war ich irgendwann in meinem Leben schon mal in so einem Teil drin, aber ich habe kein konkretes Bild vor Augen. Schon gar kein aktuelles. Der zauberhafte Mann und ich satteln also Möhrchen, unseren VW-Bus, für eine standesgemäße Anreise zum Caravan Salon in Düsseldorf. Die Messe geht übrigens noch bis zum 6.9.

Und was soll ich sagen.

Ich bin verliebt. Seit gestern Nachmittag kann ich an nichts anderes mehr denken.

ICH BRAUCHE EINEN FALTCARAVAN!!! Wirklich. Ganz dringend. Er würde all unsere Outdoor-Probleme lösen. Wohin mit den Kindern? Wie anständig kochen? Wie anständig schlafen? Wohin mit all dem Reise-Spielzeug-Entertainment-Gerümpel? Auf einen Schlag erledigt. Und in weniger als fünf Minuten aufgebaut, das hab ich selbst gesehen. ABER: Es darf nicht irgendeiner sein. Hier meine beste Entdeckung:

1- Ich will den Traildog von 3DOGCamping.
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WARUM? Weil er ein knapp 1,80 mal 2,20 großes bequemes Bett mit toller Matratze hat. Dazu kommen 12 Quadratmeter Platz im Zelt für einen überdachten Essplatz mit großem Fenster oder einen zweiten Schlafplatz. Das alles ist auf einem Anhänger von der Größe des Bettes montiert. Auch die Küchenecke mit Spüle und zwei Gasfeldern, die in die kurze Seite des Hängers eingebaut ist. Dazu ein großes Vordach unter dem man geschützt kochen kann. IMG_2466IMG_2467

Regen- und sturmfest, einfach aufzubauen, große Fenster für die Belüftung und selbst wenn es nass ist, kannst du es ohne Probleme samt Bettzeug einklappen und einfach wegfahren. Das Camper-Paradies. Wie gesagt: Ich bin verliebt und lasse mir vom netten Herrn Jenke am Stand einen Kostenvoranschlag machen: 8950 EURO KOSTET ALLEIN DAS GRUNDMODELL. Mit Küche und allem Schnickschnack, den ich haben will, landen wir bei rund 13.000 Euro. Memo an mich: Anfangen Lotto zu spielen!!! Wenn du mehr über die Hamburger Manufaktur wissen willst, guck mal hier:  http://www.3dogcamping.eu/de/

Alternativ gibt es auch noch die auch ganz interessanten Dachzelte. Für uns aber eher nichts, weil man für jede Fahrt zum Einkauf ins nächste Dorf ALLES wieder zusammenräumen müsste.
IMG_2462IMG_2459 IMG_2460Aber auch das: Keine schlechte Lösung, wie ich finde.

Auf Platz 2 meiner tollsten Camping-Entdeckungen: Der Mini-Caravan aus der Slowakei. Wunderschönes Retro-Design mit einer ganz tollen Küchenlösung. Und das Beste: Innen und außen – also auch im Küchenbereich – Lautsprecher für entspannte Surfer-Musik. Der ganze Anhänger ist klein und kompakt.
IMG_2484Bietet innen zwei bequeme Schlafplätze (mehr nicht), etwas Stauraum und wie gesagt die Küche, die im Heck untergebracht ist, zum Aufklappen. Außerdem kann man auf dem Dach noch zwei weitere Schlafplätze anbringen und diverse Sonnen-und-Regenüberdachungen.
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IMG_2478Das hier ist die Offroad-Variante. Gibts aber auch normal. Kosten ohne Extras: 8550 Euro. Auch kein Schnäppchen leider. Aber sooooo cool!! Mehr Infos hier: http://www.mini-caravans.com/de/

Auf Platz 3 – ein echter Klassiker. Aber für mich immer noch eine Entdeckung: Der T@B. Der kleine Wohnwagen von Knaustabbert. Wunderhübsch, kugelrund und auf der Messe in diesem fröhlichen Mexican-Design.
IMG_2468 IMG_2469 IMG_2470 IMG_2471Die Sitzbank kann man zur Schlafgelegenheit umbauen, die Küche ist innen eingebaut, macht Kaffeekochen bei Regen gleich etwas angenehmer. Alles in allem ein tolles kleines Ding, kostet aber auch um die 10.000 Euro – in der Standardvariante.
Ach so. Wohnmobile und Wohnwagen hab ich mir auch von Innen angesehen. Sind meistens irgendwie ähnlich (viel Holzfurnier, immer noch überraschend viele Gardinen) und meistens entweder zu klein oder  zu teuer. Die Trucks hätten mich noch interessiert – in Halle 14.
IMG_2492 IMG_2493Aber die darf man nur mit Standpersonal betreten, alles andere ist abgeschottet. Eine unnötige Abgrenzung, ein „Wir-sind-was-besseres-Gehabe“, das uns so abgeschreckt hat, dass wir nicht mal um einen Besichtigungstermin bitten wollten.

Schade, liebe Truckaussteller, ihr verhindert damit, dass Menschen Träume entwickeln, im Kopf mit Euren Gefährten auf große Reisen gehen. Marketingtechnisch keine so gute Idee.

Alles in allem ist die Caravan-Messe aber toll. Und ganz wichtig – in Halle 5 vorbeischauen für Zelte, Klappliegen, Gasadapter, Gummi-Klappsiebe und anderen Camping-Kram, der den Kofferraum schön voll macht.
So. Ich gehe jetzt auf große Reise. Im Kopf. Mit Anhänger und Faltzelt. Hach….

10 Dinge, die absolut für einen Sommerurlaub an der Ostsee sprechen — und wie es überhaupt so weit kommen konnte

Entschieden hat Lukas, mein Patchwork-Sohn. Er ist 13 einhalb und das ist genau das richtige Alter, um über den Sommerurlaub der gesamten Familie zu entscheiden. Findet er. Und finde ich auch. Deshalb geht es diesmal also nach Prerow – an die Ostsee. Ganz oben links, dieser Halbzipfel schräg über Rostock, das ist der Darß. Ein wunderschönes, ursprüngliches norddeutsches Eck. Wir haben dort schon Silvester verbracht: Der Mann, seine Söhne Finn und Lukas, Baby Theo und ich. Und jetzt wollen wir uns den Sommer dort oben anschauen.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, was mich erwartet. Es ist mein erster Sommerurlaub zu fünft. Mein erster Sommerurlaub mit überhaupt so vielen Menschen auf einmal.

Und dann gleich drei davon Kinder. Zum Glück ahne ich noch nicht, was genau da auf mich zukommt…

Zwischenstopp in Hamburg, damit die Fahrt für den Kleinsten nicht so lang ist. Und das war eine perfekte Entscheidung. Ich habe alle Mann in der SUPERBUDE, einem supercoolen Hostel in Sankt Georg eingebucht.

Und zwar in der „Paloma Bude“ für schlappe 145 Euro pro Nacht. Sechs Betten, alles in pink und gelb gehalten. Bunter geht es fast nicht, günstiger schon. Aber da der Start in den ersten Sommerurlaub zu fünft gut laufen soll, ist es uns das wert. Die Jungs, 11 und 13, sind begeistert von Fatboys, Musikanlage, Doppelhochbetten und kostenloser Paloma-Limo. Das Frühstück kostet 9 Euro extra, ist aber großartig. Inklusive heißer Waffeln. Nur der Check-In dauert Jahre, aber das vergisst man hier schnell.

Zum perfekten Hamburg-Tag gehört für mich eine Fahrt mit der U3 – und an den Landungsbrücken raus. Mit der HVV-Fähre 62 (da lohnt sich dann schon das U-Bahn Tagesticket) geht es dann weiter bis zum Anleger Museumshafen Oevelgönne und weiter zur STRANDPERLE.

Wirklich kein Geheimtipp, aber immer noch einer schönsten Läden in Hamburg. Da auf jeden Fall einen Salat mit Kräutern und Hüttenkäse essen, danach die Füße in die Elbe halten und ein Alster trinken. Besser geht es nicht.

Dann geht es weiter Richtung Nordost, an Rostock  vorbei (unten links auf der Karte) Richtung Prerow, ganz am nördlichen Ende des Darß.
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Und hier sind 10 supergute Gründe, die für einen großartigen Sommerurlaub an der Ostsee und besonders in Prerow sprechen. Denn genau den haben wir dort verbracht.

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1 Günstige Ferienwohnungen und ein Campingplatz in den Dünen

Bildschirmfoto 2015-07-19 um 23.41.29Die Zimmerbörsen in Prerow – zB. diese hier – vermittelt Ferienwohnungen und -häuser für wenig Geld. In der Nebensaison zahlst du zwischen 40 und 50 Euro für drei Zimmer (ca. 70 qm) – in der Hauptsaison im Schnitt zwischen 80 und 100 Euro. Wer möchte kann auch 125 Euro pro Nacht ausgeben und hat dann etwas exklusiveres. Die Häuser und Wohnungen sind wirklich schön. Unseres sieht so aus und heißt Deichrose.
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Außerdem gibt es einen tollen und sehr lebendigen Campingplatz mit Zeltplätzen direkt an den Dünen. Das Regenbogencamp war schon zu DDR-Zeiten legendär. Es gibt einen FKK-Camping-Bereich – wer’s mag.

2 Reetdächer und bunte Türen
Hört sich bescheuert an, ist aber wahr: Dass auch Mecklenburg-Vorpommern richtig norddeutsches Flair samt Reetdächer hat, war mir gar nicht so klar. Wunderschöne kleine und große Häuser – viele davon auch zum Mieten. Und das tollste sind die bunten Türen. In Prerow gibt es sogar noch die ganz alteingesessene Kunsttischlerei Roloff, die diese Türen herstellt. Die Tischlerei kannst du besuchen.

3 Feiner weißer Sandstrand
Irgendwer hat mir mal erzählt, der Sand am Prerower Strand erinnere ihn an die Karibik. Kann ich nicht beurteilen. Aber auf jeden Fall ist er weiß und weich und ganz fein. Und das beste: Er ist kilometerlang. Du kannst locker zwei drei Stunden von Prerow bis in den Nachbarort Zingst laufen.

Die Ausflugszeit verlängert sich, wenn du zum Beispiel am Surfcamp noch einen Stopp für einen feinen Cuba Libre einlegst. Wer noch mehr Bewegung braucht kann die Tour um einen Abstecher am Nothafen erweitern oder rund um den Leuchtturm eine tolle Tour über Holzplanken durch die Dünenlandschaft machen.

4 Strandkörbe
Bei Wind und Wetter toll! Kannst du für stolze 9 Euro pro Tag an der Seebrücke mieten. Lohnt sich aber. Die Dinger sind bequem, geben einen super Wind- und Sonnenschutz und lassen sich ganz leicht in jede Richtung drehen.

Alternativ kannst du natürlich auch mit der Strandmuschel losziehen. Dann empfehle ich aber auf keinen Fall das Teil, das sich selbst ausklappt. Denn das ist nahezu unmöglich unfallfrei wieder zusammenzufalten. Trägt andererseits aber bei dem Versuch dieses zu tun zur Belustigung der Nachbarmuschel-Bewohner bei.

5 Die 18 Grad frische Ostsee
Wärmer geht immer, aber nicht unbedingt erfrischender. Bei den Hochsommertemperaturen Anfang Juli 2015 genau die richtige Abkühlung. Das Wasser ist sehr lange sehr flach und eine breite Sandbank etwas weiter hinten ist perfekt für Wasserballspiele. Die DLRG bewacht den Strand – besonders wichtig, weil es auch in der flachen, fast wellenlosen Ostsee mal Unterströmung geben kann. Je nach Wetterlage und Wind gibt es mal mehr mal weniger Quallen. Aber wenn dann nur kleine – und bei uns war keine davon irgendwie schmerzhaft.

6 Kein Schickimicki
Das gehört fast zu den tollsten Dingen in Prerow. Der Ort und die Menschen sind völlig normal. Kein aufgebrezeltes Hallali, sondern ganz entspannte Menschen mit nem Fischbrötchen in der Hand. Und wahnsinnig viele Familien.

7 Darßer Urwald
Ein großer Teil des Darß ist Urwald. Es wird also nichts kommerziell abgeholzt oder rausgeschleppt. Ein wunderschöner Mischwald, durch den mal toll Fahrrad fahren, wandern oder joggen kann. Zum Leuchtturm oder zum Weststrand sind es etwa 5 Kilometer – eine Strecke. Ist auch mit kleineren Kindern sehr gut machbar. Unterwegs sind Geo-Caches versteckt – wie übrigens überall auf dem Darß.

8 Bodden
Um Prerow herum liegt der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Bodden sind im Grunde genommen Lagunen, vom Meer abgetrennte Gewässer.

Ein Schiffs- oder sogar Floßfahrt auf den Bodden haben wir nicht gemacht, aber ganz fest im Plan für nächstes Jahr. Wer ansonsten noch etwas besonderes sehen will, der sollte unbedingt die Seemannskirche aus dem 18.Jahrhundert besuchen. Sehr romantisch – mit tollen Miniaturschiffen. Die Kinder dort werden mit Ostseewasser getauft. Wie sich das für einen Norddeutschen gehört.

9 Sundowner-Musik an der Seebrücke
Mal ein Mann am Klavier, mal einer mit einem Akkordeon, Trompete oder Gitarre. Fast jeden Abend spielt ein Straßenmusiker an der Seebrücke. Der perfekte und meistens richtig schöne Ausklang für einen salzig-sonnigen Strandtag.

10 Lecker Fisch
Den gibt’s natürlich in allen Varianten frisch. Hering, Dorsch, Zander – und ganz besonders lecker: der Ostsee-Barsch. Mein Lieblingsrestaurant in Prerow heißt

Seeblick und ist direkt an der Seebrücke. Von den oberen Gasträumen aus schaust du aufs Meer und kannst beim leckeren Fischessen den Sonnenuntergang beobachten. Kann ich sehr sehr empfehlen.

Und sonst? Die letzten zwei Tage hat es geregnet, auch in meinem Kopf offenbar. Denn nach zwei Wochen sind mir all die Menschen um mich herum, die ich meine Familie nenne, dann doch auf den Geist gegangen. Ein sturmgepeitschter Fahrradausflug auf dem tollen Weg nach Wiek (geht direkt am Prerower Hafen ab) – und ein Ausflug in das Darwineum im Zoo Rostock haben mich – und die Kinder – bei Laune gehalten und versöhnt. Kann ja nicht immer nur die Sonne scheinen.

Und immerhin habe ich im Urlaub drei Bücher gelesen. Stress sieht anders aus. Hier noch schnell meine Strandkorblektüre:

1 Ostfriesenkiller von Hans-Peter Wolf. Herbe Kommissarin mit zerrütteter Ehe sucht einen Serienkiller. Der Klappentext sagt „solider Krimi“ – dem ist nichts hinzuzufügen. Kann man machen, muss man nicht.

2 Tschick von Wolfgang Herrndorf. Roadtrip zweier 14-Jähriger durch die deutsche Provinz. Habe ich sehr sehr gerne gelesen, ein feines Buch. Trotzdem ein wenig überbewertet, finde ich.

3 Schiff der tausend Träume von Leah Fleming. Unsagbar bescheuerter Titel, aber schöne Geschichte. Zwei Frauen, eine arm, eine reich, überleben den Untergang der Titanic, werden Brieffreundinnen und versuchen nach diesem Erlebnis ihr Leben in den Wirrungen des Ersten Weltkriegs selbst in die Hand zu nehmen. Schöner Strandkorb-Schmöker zum Weglesen.

Also wenn du im Sommer mal nicht weißt wo du deinen Urlaub verbringen sollst – fahr nach Prerow. Lohnt sich.

4 Tage – Schneller Trip in die Nordalpen übers verlängerte Wochenende

Ich muss vorwegschicken, dass ich diese Tour im August 2013 gegangen bin. Ist also eine Weile her. Aber ich fand sie so toll, dass ich sie dir nicht verschweigen will. Wirklich ein toller Kurztrip für Abenteuerlustige. Für Kinder ist das allerdings nur begrenzt was, dafür sind die Kletterpartien zum Teil doch sehr ausgesetzt. Eher was für schwindelfreie Teenager. So. Fäuste hoch und ab:

“Wir sind hier im hochalpinen Bereich. Da sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Grundvoraussetzung”, sagt der Hüttenwirt auf 2131 Metern. Und das ist sehr sehr wahr. Vier Tage Österreich und Bayern – vier Tage leckere Sachen essen und Berge hoch und runter rennen – es gibt kaum etwas erholsameres. Und trotzdem ist das ne ganz schön heftige Tour für ein gewöhnliches Flachlandei wie mich.

Warum?

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Der Reihe nach: Wir starten in Elbigenalp, Lechtal, Tirol, Österreich, ca. 230 Kilometer von München entfernt.

Unser Ziel: Die große Krottenkopfrunde – Tag 1: ein kurzer Aufstieg zur Bernhardseckhütte, Tag 2: die große Tagestour zur Hermann-von-Barth-Hütte, Tag 3: Abstieg je nach Wetter lang oder kurz. Tag 4: Puffer. Mit dabei mein Bruder.

Anreise per Flugzeug von Köln bzw. Hamburg für ca. 160 Euro hin und zurück, dann weiter mit dem Mietwagen (bei billiger-mietwagen.de nach günstigen Angeboten suchen, zwischen 130 und 180 Euro) oder mit der Bahn nach Reutte und dann weiter mit dem Wanderbus (dauert aber bis zu zwei Stunden länger!)

Los geht es in Elbigenalp auf dem Wandererparkplatz, vorbei am Hotel Alpenrose und immer bergauf Richtung Bernhardseckhütte auf 1812 Metern. Schweißtreibend aber gut zum Warmlaufen. Für die rund 3 Kilometer Anstieg haben wir fast 3 Stunden gebraucht, inklusive Päuschen.

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Die Hütte wird privat betrieben, Hüttenwirt Armin kümmert sich um alles. Es gibt Doppelzimmer mit Dusche und Matrazenlager (19 Euro pro Matratze) ohne Dusche, nur mit fließend kaltem Wasser. Die Lager sehen so aus:

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Hüttenschlafsack und Schuhe-aus sind Pflicht. Wie immer. Das Essen: Ein Traum. Käsenudeln, Kaiserschmarren oder Jägerschnitzel gab es bei uns. Große Portionen und natürlich alles an Getränken.

Am nächsten Morgen: Weiter zur Hermann-von-Barth-Hütte, die man sogar sehen kann – auf der anderen Seite des Tals. Erstmal geht es steil bergauf, dann links oder rechts um die Rothornspitze (der rechte, nördliche Weg ist wieder instand gesetzt und begehbar, anders als die meisten Wanderführer behaupten).

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Dann Richtung Krottenkopfscharte – alles super easy zu laufen. Einmal geht es durch eine Felsrinne, die ist aber mit Seilen gesichert.

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Rote Punkte markieren übrigens die gesamte Strecke – man kann sich nicht verlaufen. Spannend wird es erst danach. Aufstieg zur Krottenkopfscharte und dann die erste freie Kletterpartie mit Händen und Füßen. Soweit so gut. Dann durch eine weitere Felsspalte um den Krottenkopf herum. Aufsteigen kann man natürlich auch – kostet noch mal ca. eine Stunde extra und auch hier gibt es ein paar Kletterpartien. Wir sind einfach drumrum gelaufen…

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… dann weiter Richtung Hermannskarsee. Der ist eisig blau und hat leider auch Mitte August noch Schnee am Ufer. Baden ist also – sagen wir – was für die ganz Harten.

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Danach kommen allerdings noch mal zwei richtig ausgesetzte Kletterpartien, weitgehend ohne Seile. Und das ist schon eher was für die ganz Furchtlosen. Oder eben für wirklich wirklich Trittsichere und Schwindelfreie. Im Rücken der Abgrund und vor einem ein paar Felsen steil bergauf, ohne Weg, nur zum Klettern. Das macht Spaß, aber das sollte man auch wissen. Denn zum Umkehren ist es an dieser Stelle – je nach Uhrzeit – eigentlich schon zu spät.

Kurz nach der zweiten heftigen Partie sieht man dann zum Glück schon sehr bald und sehr nah die wunderschöne Hermann-von-Barth-Hütte (gehört dem Alpenverein, Sektion Düsseldorf) auf 2131 Metern. Nur Matratzenlager, keine Dusche, fließend kaltes Wasser.

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Die Tour bis hierhin hat etwa 7:45 Stunden gedauert. Ein kleines Päuschen von 20 Minuten inklusive. Ist also super als Tagestour machbar. Auf den Hinweisschildern an der Bernhardseck-Hütte steht allerdings 5-6 Stunden – und das ist mit Gepäck echt ne Quälerei. Die beiden großen Matrazenlagerzimmer sind hübsch und kosten als Alpenvereinsmitglied 10 und als Nichtmitglied 20 Euro.

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Essen gibt es auch gut und reichlich. Halbpension (falls der Wirt danach fragt) lohnt sich aber nicht. Abendessen und Frühstück gibt es so oder so. Aber Bargeld nicht vergessen!!!

Am nächsten Morgen geht es dann weiter. Es ist wolkig und regnerisch, trotzdem versuchen wir den langen Abstieg über den Enzenspergerweg, drehen aber nach 20 Minuten wieder um. Der Weg fällt steil ab und bei den unsicheren Wetterbedingungen wollen wir das Risiko nicht eingehen. Auch die steile und kletterreiche Wolfebnerspitze fällt aus – gerade nach den Kletterpartien vom Vortag.

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Bei schlechtem Wetter würde ich die auslassen und auch lieber den kürzeren waldigen Abstieg nach Elbigenalp empfehlen. Dauert mit ein zwei Umwegen und Zeitlassen (Geierwally-Rundtour) ca. 4 Stunden. In Elbigenalp selbst haben wir im Gasthof zur Post gewohnt für 38 Euro pro Person und Nacht. Das Restaurant dort ist großartig. Übernachten muss man da nicht zwingend. Da wäre dann das Hotel Alpenrose nicht schlecht gewesen. Ist zwar ein großer Klotz, hat aber einen Wellnessbereich, was bei Nieselregen und grauem Nachmittag durchaus was wert ist.

Den vierten Tag haben wir dann in Garmisch-Partenkirchen ausklingen lassen, bevor am Abend der Flieger nach Hause ging. Im Grunde ist die Tour aber super in drei Tagen zu stemmen, wenn man am dritten Tag erst später zurück fliegt. Schöne Tour. Kann ich empfehlen. Zumindest für alle Trittsicheren und Schwindelfreien.

Karten-Material: AV-Karten Nr. ½ und 2/2 “Allgäuer – Lechtaler Alpen” – 1:25:000

Must-Have: Bargeld, Waschlappen, Handtuch, Hüttenschuhe, Hüttenschlafsack, Wanderstöcke sind hilfreich.

Höhenmeter: ca. 2300 Meter wenn man die Spitzen mitnimmt.

Gipfel: Großer Krottenkopf (2656 Meter), Wolfebnerspitze (2432 Meter)