3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol.3

Das gibt es doch nicht, dass wir mit dem Bus Kilometer um Kilometer schrubben und den perfekten Surf-Ort nicht finden. Nicht falsch verstehen: Le Gurp in Frankreich und San Vicente in Spanien sind wunderbar – und ich würde jederzeit wieder hinfahren, zum Surfen, zum Relaxen und zum Bobo-Siebenschläfer-Vorlesen.
IMG_4973Aber der perfekte Ort, um surfen ZU LERNEN, ist uns noch nicht begegnet. Halb panisch rufen wir deshalb im Surfladen unseres Vertrauens  an- bei Frittboards in Köln. Da es überhaupt der einzige Surfshop auf heimischen Boden ist, den wir vor der Tour betreten haben, kann ich ihn getrost so nennen.

Wir brauchen einen todsicheren Tipp – eine supercoole, nette Surfschule, Geld spielt fast keine Rolle (mehr).

„Ihr müsst die Küste runter bis etwa zur Mitte, da liegt Peniche und die Surfschule von Sebbo“, sagt der Verkäufer direkt. Soso. Wir rufen Sebbo also von unterwegs an und machen den Kurs klar. Kein Problem, sagt er. Kommt vorbei.
Schlappe 920 Kilometer fahren wir – und sind uns sicher: DAS ist es. Das MUSS es sein, denn bald steht ja schon wieder die Heimreise an.

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DAS ist es aber nicht, wie wir sehr bald sehr ernüchtert feststellen. Keine Frage, die Wellen gehören zu den schönsten, die wir auf der gesamten Tour gesehen haben. Der Strand weit und traumhaft.

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Aber der Ort… naja. Sieht eben nach Stadt aus. Viele Ferienwohnungen in vielen hohen Häusern. Ich will Peniche nicht unrecht tun, aber irgendwie packt es uns nicht, trotz der Wellen. Der große Campingplatz ist direkt am großen Kreisel der Stadt, weshalb wir die beste Entscheidung seit langem treffen: Wir campen wild an der Steilküste.

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Heißes Hühnchen aus dem Supermarkt, ein kühles Bier, ein Blick auf die letzten Wagemutigen, die in der Abenddämmerung noch auf die eine gute Welle warten. Wunderschön. Wirklich. Aber WIR wollen weiter.
Am nächsten Morgen.

Der zweite Portugal-Tipp und ein dritter wunderbarer Ort für Baby, Bulli und Boards kommt lustigerweise direkt aus Altenbödingen – von den Nachbarn gegenüber (Danke Guido und Caro). Warum nicht gleich?!

3- Arrifana, portugiesische Atlantikküste, West-Algarve – No Camping

SO haben wir uns das vorgestellt.
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Ein hübscher portugiesischer Ort, bezahlbare Preise, viel leckeren Fisch und nicht zuletzt die supernette, superprofessionelle – sogar deutsche – Surfschule von Peer. Peerfekt. Ok, der war blöd. Wir buchen peer SMS (ja, der musste noch sein) fünf Tage Surfkurs und teilen uns den. Einer macht die Schicht von 9 bis 11, einer von 12 bis 14 Uhr.
IMG_5035Das Aufwärmetraining ist extrem gut, die Kurse mit maximal 8 Teilnehmern moderat groß, die Surflehrer echte Profis nicht nur auf dem Board, sondern auch in Sachen Didaktik und Methodik.

DAS ist es. DAS haben wir die ganze Zeit gesucht.

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Und es ist großartig.

Der zauberhafte Mann und ich stehen die ersten Wellen und ab und zu mischt sich so gar ein echtes Gefühl von „Surfen“ in die ersten „Uh-Ah-wie-schaffe-ich-es-auf-dem-Ding-das-Gleichgewicht-zu-halten“-Momente.
IMG_5044 IMG_5043 IMG_5042IMG_0158Sieht ein bisschen aus wie Kung-Fu und fühlt sich auch so an. Noch viel häufiger haut es uns natürlich ins Wasser, gerne auch kopfüber.

Das war ja meine größte Angst: Wellen, die um mich herum brechen, mich rumschleudern und runterdrücken. All das ist passiert, wider Erwarten war nichts davon schlimm.

Vielleicht hat mir das Board Sicherheit gegeben, vielleicht war es auch der grinsende Surflehrer: „Ist doch nur Wasser!?“ – öhm. Kann man so sehen. Ja. Jedenfalls: Therapeutische Maßnahme geglückt.

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180 Euro wird uns der Kurs am Ende insgesamt kosten. Und das toppt es noch mal.

Das einzige Minus: Wir finden keinen passablen Campingplatz in und um Arrifana. Und ohne Dusche und Klo fällt eine Woche Wildcampen aus.

Surflehrer Peer schustert uns dann aber das Haus von deutschen Freunden im Nachbarort Val de Telha zu – für schlappe 45 Euro pro Nacht. Der Knaller.
IMG_0113Und nach fast drei Wochen unbequemer T4-Rückbank im Kreuz können wir ultraharten Camper aus Alemanha uns ein erleichtertes Seufzen nicht verkneifen, als wir uns aufs Bett schmeißen.

Nur Baby Theo wäre wohl lieber im Bus geblieben. In seinem Bettchen zerstechen ihn die Mücken gleich in der ersten Nacht so dermaßen, dass wir erst glauben, er hätte sich Masern oder Windpocken eingefangen.
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Bisschen Fieber auch noch. Trotzdem ist der kleine Kerl gutgelaunt (meistens), isst normal – besonders Sand – und versucht sich robbend in die Fluten zu werfen. Kann also nicht so schlimm sein, auch wenn’s mies aussieht, denken wir. Allergische Reaktion, sagen die Apotheker im nächstgrößeren Ort Aljezur und nehmen uns 30 Euro für Fenistil-Tropfen und Antimücke-Gel ab.

Und apropos Baby – eins sollte man noch wissen. Der Weg zum Strand in Arrifana ist steil. Ziemlich steil.

Also überleg dir gut, wie viele Buddeln, Eimerchen, Handtücher, Strandmuscheln du mitnimmst. Oder sieh es als Surf-Workout und pack alles ein was du hast.

Praktischerweise gibt es aber auch sonst noch jede Menge tolle und nicht so steile Strände in der direkten Nachbarschaft. Den in Monte Clerigo zum Beispiel. Oder Praia do Amado bei Carrapateira – einmal da, lohnt sich auch eine Panorama-Fahrt mit dem Auto an der Steilküste entlang.
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Was man sonst noch machen kann? Oh, mountainbiken, klettern, wandern, Yoga – das meiste zum Beispiel auch über Peers Algarve Adventure.

Geburtstag feiern natürlich – den 40.! Glückwunsch noch mal, zauberhafter Mann.
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Und Essen.
Hier sind unsere Top 3:

1- Hello Sailor
Leckere Mischung aus asiatisch und portugisisch. Tolle Atmosphäre, nette und schöne Menschen. Unbedingt ausprobieren.
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2- O Paulo
Am Ende der Hauptstraße in Arrifana, direkt an der Klippe steht das Restaurant von Paolo. Große Schalen mit Meeresfrüchten bestellen und den Hauswein – ein Genuss mit tollem Blick aufs Meer.
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3- A Rede
Kleines Surfer-Bistro am Strand von Monte Clerigo. Die leckersten Pasteles de Nata (am ehesten vielleicht mit kleinen Käsekuchen vergleichbar), die wir auf der gesamten Tour gegessen haben.
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Wir haben es also geschafft – wir haben surfen gelernt. Zumindest den Anfang. Noch keine Riesenwellen, noch keine großen Manöver, aber wir stehen und wir haben Spaß. Theo hat Tonnen an Sand gefuttert, Ameisen sicher auch und jede Menge neue Quietschgeräusche gelernt. Und unser Bus Möhrchen, die alte Dame, hat jetzt endlich ein Kennzeichen, das ihrer würdig ist.
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Und wir? Eine autarke Dusche und ein Klo wären ab und zu schön gewesen. Den Grill haben wir kaum benutzt, weil die Gas-Flasche leer war und nix gepasst hat (mit ein bisschen mehr Mühe wäre das zu lösen gewesen, aber Pfanne und Campingküche habens auch getan). Die Schubladenstopper von dm an unserer eingebauten Kommode haben sich an Tag zwei abgelöst. Das selbstgebaute Sonnen-und-Regendach könnte mehr Abspannungen vertragen, damit es nicht so durchhängt.

Die Vorhänge waren top, das Babybett auch…

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…und trotzdem hat Theo ganz oft zwischen uns geschlafen.
Es heißt ja nicht umsonst ELTERNZEIT.

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PS: In Le Gurp haben wir auf dem Rückweg nochmal Halt gemacht und selbst ein bisschen surfen geübt. Geht auch ohne Lehrer und macht genauso viel Spaß. Good news.

IMG_0171PPS: Nächstes Jahr lernen wir Fallschirmfliegen.

Scherz.

3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol.2

Die ersten 120 Kilometer auf dem Weg von Frankreich nach Spanien verbringen wir schweigend. Wir liegen uns in den Haaren. Ernsthaft. Der zauberhafte Mann und ich – zum ersten Mal auf so engem Raum unterwegs, das ist eine echte Zerreißprobe für unsere Nerven.

Vier Wochen Elternzeit, das Ziel: Surfen lernen. Und jetzt gerade fühlt es sich wie ein völlig absurder Plan an.

Warum wir uns streiten? Ich habe es vergessen. Müdigkeit, zu weit links fahren, ich weiß es nicht mehr. Das sagt ja schon alles. Lagerkoller.
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Aber irgendwann braucht Baby Theo Mittagessen, er verlangt nach Mama und Papa – und wir raufen uns zusammen, lächeln einmal vorsichtig und versprechen uns, dass wir uns ab sofort ein bisschen mehr entspannen. Nicht zum letzten Mal auf dieser sonst so fabelhaften Tour.

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Frankreich und Le Gurp liegen hinter uns – hier kommt ein weiterer wunderbarer Ort für Baby, Bulli und Boards:

2- San-Vicente-de-la-Barquera, nordspanische Atlantikküste, Camping El Rosal

Wir fahren Richtung Süden immer am Atlantik entlang – 570 Kilometer liegen vor uns. Dazwischen, in Hossegor, kurz vor der spanischen Grenze, gibt es ein großes Outlet-Gewerbegebiet mit coolen Surfläden. Im Rip-Curl-Shop kaufen sich der zauberhafte Mann und ich dann auch endlich mal einen Neoprenanzug.

Knallenges Teil, in das ich mich da bei 35 Grad in der Umkleidekabine presse. Keine Ahnung, wie ich mich damit jemals auch nur einen Zentimeter bewegen soll.

„Muss so“, sagt die Verkäuferin streng. Auf keinen Fall auch nur eine halbe Nummer größer kaufen. Na gut. Eingetütet. Ein Schnäppchen wars aber nicht zwingend, wie der anschließende unvorsichtige Online-Vergleich ergibt. Verdammt. Der Mann sieht darin aber sehr knackig aus, wie ich finde – und selbst Baby Theo trägt jetzt Neo.
IMG_5011Weiter Richtung San Vicente de la Barquera. Ein Bekannter hat uns diesen Ort in Nordspanien ans Herz gelegt. Ist auch zum Surfen super, sagt er. San Vicente war früher wohl ein  Fischerdorf, heute ist es eine kleine Stadt am Rande der Picos de Europa – einem eindrucksvollen nordspanischen Gebirge. Schneebedeckte Berge und Meer – das hört sich gut an. Und was soll ich sagen: Wir werden nicht enttäuscht.
San-Vicente-de-la-Barquera

Das Land ist grün und saftig, die Wellen fabelhaft, wer möchte, könnte hier auch tagelang wandern, mountainbiken oder klettern – all das geht super.

Aber WIR wollen ja surfen. Vom sehr netten aber etwas engen Campingplatz El Rosal aus (32 Euro pro Nacht), der direkt hinterm Strand gelegen ist, machen wir uns auf die Suche nach einer Surfschule. Und werden nur wenige Meter weiter die Straße runter fündig: Die Costa-Norte-Surfschule mit immerhin EINEM englischsprachigen Lehrer. Heißt es. Wir buchen je einen halben Tag (bedeutet hier 2 Stunden) für 30 Euro pro Person. Mit Theo-Betreuung wechseln wir uns ab.
IMG_0103Ich fange an, steige in den hautengen Neo  (wider Erwarten kann ich mich doch bewegen) und stapfe zur Schule, um ein Board auszuleihen. Der Mann hat Theo in die Kraxe gepackt und hält Händchen. Also meins.

Es ist windig, nein stürmisch und ich etwas unsicher. Ich habe es ja eigentlich nicht so mit Meer und Wellen. Ich gucke lieber drauf, als dass ich drin bin, versuche aber das Vorhaben als therapeutische Maßnahme zu sehen.
SplitShire_IMG_7764Dass der Surflehrer englisch kann, entpuppt sich als maßlose Übertreibung, ist aber jetzt auch schon egal. Ich bin aufgeregt. Wir machen zwei, drei Trockenübungen am Strand (Aufstehen auf dem Bord), dann geht’s ins Wasser. Bei Sturm und Unterströmung.

Und was soll ich sagen: Es macht trotzdem Höllenspaß. Ich stehe gleich den ersten Versuch im Weißwasser – und das ist ja erstmal das wichtigste.

Theo und der Mann feuern mich vom Strand aus an und versuchen irgendwie den kräftigen Böen und den bissigen Sandkörnern Widerstand zu leisten.

Weshalb es von diesem meinem ersten Surfversuch KEIN EINZIGES FOTO gibt.

Nach zwei Stunden bin ich platt – und der Mann auch. Die Surfschule hat SEINEN (späteren) Kurs wegen des Wetters abgeblasen. In Sachen Surfen steht es also 1:0 für mich. Ich feiere das mit Bier und ganz ausgezeichneten Tapas im El Mozucu.
IMG_4981 IMG_4979 IMG_4985Kann ich wirklich nur empfehlen, super Preis-Leistungsverhältnis! Es ist etwa 20 Minuten zu Fuß vom Campingplatz aus entfernt im Stadtkern von San Vicente.

Der Campingplatz ist nett (auch ohne Parzellen), das Waschhaus super sauber,  die Duschen knallheiß, die Wellen top, die Landschaft wunderschön.

Weil uns die Schule aber nicht überzeugt und weil es uns Richtung Portugal zieht, verlassen wir das wirklich wirklich tolle Nordspanien und San Vicente, um noch weiter im Süden unser Glück zu versuchen.

Da sollte es jetzt aber klappen mit dem gemeinsamen Surfkurs. Oder?!
Fehlt noch 1 wunderbarer Ort für Baby, Bulli und Surfboards – und der kommt ganz bald.

3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol. 1

Beschlossene Sache also. Wir lernen Surfen. Der Mann, Baby Theo (ja, der auch ein bisschen) und ich. Und zwar irgendwo auf dem Weg zwischen Hennef-Altenbödingen und Portugal.

Vier Wochen haben wir uns für diese Elternzeit-Tour genommen – und ehrliche gesagt, es hätte keine weniger sein dürfen.

Denn Surfen haben wir wirklich erst auf den allerletzten Drücker gelernt, ungefähr 3000 Kilometer später. Dafür umso toller und absolut babykompatibel. Aber dazu später.
IMG_0188Unser Bus Möhrchen ist voll gepackt, die Vorhänge fertig – es kann losgehen.

Hier kommen 3 ganz wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards:

1- Grayan et l’Hôpital an der französischen Atlantikküste – Campingplatz Le Gurp

Erstes Ziel der Tour – die Atlantikküste. Irgendwo muss die Suche nach einem schönen Surfspot ja beginnen.

Wir machen einen kleinen Schlenker durch die Auvergne, das vulkanische Herz Frankreichs, wandern auf den Puy den Dôme und entdecken den fabelhaften Campingplatz „Domaine les Gandins“ in Saint-Germain-de-Salles.
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Deshalb mogele ich den hier schnell dazwischen: Ein Landhaus von 1674 bildet den Kern, drum herum gibt es Hütten, große luxuriöse Zelte, Ferienwohnungen und natürlich Wiesen mit Bäumen für alle anderen (Freiluft-)Gäste.

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Das tolle Grundstück ist direkt an der Sioule gelegen, einem malerischen Fluss, in dem man auch baden kann. Außerdem gibt es einen Pool, Lagerfeuerstellen, eine kleine Open-Air-Bibliothek mit WLAN und wer möchte, kann sich fürs Abendessen anmelden und zusammen mit anderen – meist holländischen Familien – an einer großen Tafel und mit gutem Wein den Tag ausklingen lassen.

IMG_4887 IMG_4888 IMG_4893 IMG_4894Alles sehr gepflegt, wirklich superhübsch und auf jeden Fall eine Übernachtung wert. Preis: um die 36 Euro inklusive Strom pro Nacht für zwei Personen und Kind.

ABER – da wollen wir trotzdem nicht bleiben. Wir wollen ans Meer.

Der zauberhafte Mann weiß auch wohin. Le Gurp heißt der Campingplatz im Médoc, etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux und offenbar sehr beliebt bei coolen deutschen Camperfamilien. Die Betonung liegt auf cool.
IMG_0054 IMG_4943Auf diesem staatlichen Campingplatz gibt es keine Parzellen, dafür großzügige Plätze mitten zwischen Pinien, fünf Minuten vom Meer entfernt.
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„Irgendwie sind hier alle lässig“, denke ich direkt beim Ankommen. Aber nicht auf so eine gewollte, anstrengende Art, nein, irgendwie wirklich lässig. Ich glaube, die meisten kommen schon seit Jahren hierher. Und ich weiß jetzt wieso.

Der Pinienwald duftet, ich höre das Meeresrauschen, schaue mir die unterschiedlichsten Campingmodelle an – vom selbstausgebauten Bus, über die Auto-und-Zelt-Variante bis hin zum Airstream.

Ich sehe jede Menge Kinderbanden umherstromern und genieße das Draußensein. Das ist gleich zu Beginn vielleicht das Tollste: Draußen zu sein. Quasi rund um die Uhr. Baby Theo ist superentspannt, krabbelt und robbt durch die Gegend, untersucht die Zapfen, freut sich über die Nachbarskinder, hält Mittagsschlaf in der Hängematte.
IMG_0050Alles perfekt. Wäre da nicht – das Schlafen. Es ist nicht laut, gar nicht. Aber unbequem. Wir haben zwar eine dicke Decke unter uns ausgebreitet, aber die umgeklappten Sitze vom T4 sind einfach genau das: UNBEQUEM. Ich beneide Theo um sein selbstgebautes Bett, dabei ist gerade mal eine Woche um. Und es wird noch schlimmer werden, das ahne ich bereits.

Das Baby, das gar kein Baby mehr ist, feiert hier übrigens seinen ersten Geburtstag!
IMG_0059 IMG_4924Mit Kerze von den Nachbarn, Erdbeertörtchen und Milch zum Frühstück. Diese Erinnerung: unbezahlbar.
Der Rest: Preis pro Nacht in unserer Konstellation: 20 Euro.

Aber wir sind ja zum Surfen hier. Das Meer ist fünf Minuten zu Fuß entfernt. Es gibt auch eine ganz okaye Surfschule. Nur irgendwie… naja es ist kühl, einen Tag regnet es, wir haben keine Neoprenanzüge – und überhaupt: Es muss ja nicht gleich der erste Ort sein, oder?

Wir beschließen, wiederzukommen. Auf dem Rückweg. Wenn wir surfen können. Hoffentlich.

Hier noch schnell:

3 schöne Ausflüge rund um Le Gurp

1- Montalivet-les-Bains.
IMG_4949 IMG_4950Ca. 15 Kilometer von Le Gurp, gibt es einen tollen täglichen Markt. Was dem Deutschen die Currywurst, ist dem Médoc-Bewohner die Auster. An langen Stehtischen gibt’s frische Austern satt. 12 Stück und ein Glas Weißwein für 6 Euro. Herrlich!

2- Soulac-sur-Mer
IMG_4914Ein sehr hübscher Badeort. Aber das Beste ist: Es gibt eine lange Shoppingmeile mit vielen netten Läden.

3- Die Sardinade
IMG_0036 IMG_0041 IMG_0037So heißen mehrere kleine Volksfeste in der Gegend. Wir waren in Saint-Vivien. Es gibt gegrillte Sardinen (natürlich!) oder Muscheln und eine große Flasche Weißwein für kleines Geld. Dazu ein bisschen Dorfdisco, weinrote Wangen und liebenswerte Menschen. Unbedingt besuchen. Und falls gerade kein Fest ist – in Saint-Vivien gibt es eine tolle Tapas-Bar direkt am kleinen Hafen.

PS: Surfen kann man in Le Gurp auch ganz fabelhaft. Aber das werden wir erst auf dem Rückweg herausfinden.

PPS: Einziger, dafür großer, Minuspunkt in Le Gurp: Die Toiletten sind echt nur mäßig sauber.

So jetzt aber weiter. 2 wunderbare Orte fehlen ja noch. Einer in Nordspanien und einer in Portugal. Den nächsten gibt es morgen. Damit Du beim Lesen nicht müde wirst.

4 Wochen Surftour mit Baby und Bulli durch Europa und 4 nützliche DIY-Umbauten zur Vorbereitung

Ich gebe es zu: Ich bin Schuld. Ich habe unserem alten VW-Bus namens Möhrchen das Kennzeichen verpasst. SU-RF. Surf!!!! Und schon damals hat mich der Mann gescholten. Zu recht.

Was für ein Angeber-Kennzeichen für zwei Menschen, die überhaupt nicht surfen können.

surfIch für meinen Teil habe im Leben noch nicht auf so einem Ding gestanden. Das muss sich ändern. Ich will kein Angeberkennzeichen durch die Gegend fahren. Also Plan gefasst: Der Mann nimmt Elternzeit für Baby Theo und wir drei gondeln mit Möhrchen Richtung Süden um Surfen zu lernen. Frankreich, Nordspanien, Portugal – irgendwo wird es schon gehen.

Gut, dass Möhrchen immerhin eine umklappbare Rückbank und einen Tisch hat. Sonst aber nix. Machen wir uns an die Arbeit. Hier kommen 4 NÜTZLICHE DO-IT-YOURSELF-UMBAUTEN, die uns echt geholfen haben.

1- Kommode statt Sitz. Bei Amazon 60cm-breite Kommode geschossen. Sitz hinter dem Fahrersitz ausgebaut, Kommode auf Brett geschraubt, Brett und Kommode am Boden festgeschraubt. Und oben auf der Kommode noch eine ausrangierte Ikea-Holzkiste. Das alles für Küchenutensilien, die sonst garantiert vier Wochen lang durch die Gegend fliegen. Die Plastikdinger sind Babysicherungen, die in verhindern sollen, dass die Schubladen während der Fahrt aufgehen. Gibt’s bei dm.

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2- Blickdichte Vorhänge.
Es sollte Verdunklungsstoff sein, damit ja auch nicht das kleinste Fitzel greller Campingplatz-Beleuchtung reinscheint und wo möglich das Baby vom Schlafen abhält. Ich hatte die komplett Verdunklung ja eigentlich für überflüssig gehalten, aber der Mann hat sich durchgesetzt. Sehr zu recht, wie sich zeigen wird. Stoff für 5 Euro den Meter im Internet gekauft – und dann folgt die Sternstunde von unserer Freundin Vivi (Vivilovely), die unter anderem auf Dawanda (aber nicht nur da) ihre tollen Taschen verkauft. http://de.dawanda.com/shop/vivilovely. Die Frau kann also nähenIMG_2300IMG_2301 – und hat uns netterweise die Vorhänge für die Rundumverfinsterung fabriziert. Tausend Dank dafür. Das war großartig! Stabile Yacht-Druckknöpfe von Prym an Buswand und Stoff geschraubt und gehämmert – fertig.

3- Ein Babybett im Bus. Damit eins klar ist: Baby Theo darf sehr sehr gerne zwischen uns schlafen. In Ausnahmefällen. Oder irgendwann ab 8:30 Uhr morgens. Ansonsten – auch sehr gerne, nur dass ich dann eine wirklich schlaflose Nacht verbringe. Ist zwar zauberhaft, aber einfach zu eng wenn sich der kleine Kerl so an mich schmiegt. Deshalb muss eine Lösung her  – und der ebenfalls zauberhafte Mann findet sie im Internet.

IMG_2352IMG_2353IMG_4813Das Kinderbett liegt quer über Fahrer und Beifahrersitz auf dem Fensterrahmen auf und hat Stoffumspannungen, damit Baby Theo im Schlaf nicht runterpurzelt.
Man nehme 6 lange Holzlatten aus dem Baumarkt und zwei kurze Querlatten, schraube alles aneinander, spanne einen Billo-Ikea-Stoffvorhang drumherum und hake die überstehenden Reste mit Gummispannern fest. So ganz grob. Dann noch eine Kinderbett-Faltmatratze drauf und fertig. Hört sich komplizierter an als es ist, sage ICH, auch wenn ICH nur das Stofftackern übernommen habe.

Die genaue Anleitung zum Nachbauen findest du hier: http://www.gaskutsche.de/tipps_kinderbett.php

4- Ein Sonnen-Regen-Dach. Wir werden draußen sitzen. So gut wie ausschließlich, das ist klar. Eine Markise zum Rauskurbeln gibt es für den Bus, aber die ist uns zu teuer. Deshalb auch hier: Eigenbau. Eine Schiene an die Regenrinne geklebt, ein Stück LKW-Plane im Internet bestellt und ein paar Ösen dazu, um die Zeltstangen einzuhaken. Außerdem einen Keder, eine Randverstärkung, die uns wiederum Vivi netterweise an die Plane genäht hat. Ohne Industrienähmaschine wäre das glaube ich nicht gegangen. Die Plane kann man jetzt am Bus entlang „einfädeln“ – oder wie sagt man? Und dann mit den Zeltstangen und Schnüren aufrichten. Outdoordeutsch – Trieneke, Trieneke – Outdoordeutsch. Gemeint ist das hier:
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Klar könnten wir auch im Bus sitzen, am Klapptisch. Aber mit Baby kann ich das nicht empfehlen. Lieber Matschhose an und Baby draußen rumkrabbeln lassen – und dann sitzen wir selbst bei Regen schön unterm Dach, schlürfen heißen Kaffee, lesen und schauen Baby Theo beim Matsch essen zu.

Die Reise kann beginnen. Vier Wochen, ein Ziel: Surfen lernen. Egal wo. Und eins kann ich dir sagen: Wir haben Surfen gelernt. Aber dazwischen lagen 7000 Kilometer im Bus. Das Beste von der Tour, was sich an Umbauten bewährt hat und was nicht – und ein paar gute Tipps für Campingtouren mit Baby – gibt es hier. Ganz bald.

3 tolle Camping-Entdeckungen auf der Caravan Messe in Düsseldorf

Ich habe keine Ahnung wie Wohnmobile oder Wohnwagen von innen aussehen. Bestimmt war ich irgendwann in meinem Leben schon mal in so einem Teil drin, aber ich habe kein konkretes Bild vor Augen. Schon gar kein aktuelles. Der zauberhafte Mann und ich satteln also Möhrchen, unseren VW-Bus, für eine standesgemäße Anreise zum Caravan Salon in Düsseldorf. Die Messe geht übrigens noch bis zum 6.9.

Und was soll ich sagen.

Ich bin verliebt. Seit gestern Nachmittag kann ich an nichts anderes mehr denken.

ICH BRAUCHE EINEN FALTCARAVAN!!! Wirklich. Ganz dringend. Er würde all unsere Outdoor-Probleme lösen. Wohin mit den Kindern? Wie anständig kochen? Wie anständig schlafen? Wohin mit all dem Reise-Spielzeug-Entertainment-Gerümpel? Auf einen Schlag erledigt. Und in weniger als fünf Minuten aufgebaut, das hab ich selbst gesehen. ABER: Es darf nicht irgendeiner sein. Hier meine beste Entdeckung:

1- Ich will den Traildog von 3DOGCamping.
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WARUM? Weil er ein knapp 1,80 mal 2,20 großes bequemes Bett mit toller Matratze hat. Dazu kommen 12 Quadratmeter Platz im Zelt für einen überdachten Essplatz mit großem Fenster oder einen zweiten Schlafplatz. Das alles ist auf einem Anhänger von der Größe des Bettes montiert. Auch die Küchenecke mit Spüle und zwei Gasfeldern, die in die kurze Seite des Hängers eingebaut ist. Dazu ein großes Vordach unter dem man geschützt kochen kann. IMG_2466IMG_2467

Regen- und sturmfest, einfach aufzubauen, große Fenster für die Belüftung und selbst wenn es nass ist, kannst du es ohne Probleme samt Bettzeug einklappen und einfach wegfahren. Das Camper-Paradies. Wie gesagt: Ich bin verliebt und lasse mir vom netten Herrn Jenke am Stand einen Kostenvoranschlag machen: 8950 EURO KOSTET ALLEIN DAS GRUNDMODELL. Mit Küche und allem Schnickschnack, den ich haben will, landen wir bei rund 13.000 Euro. Memo an mich: Anfangen Lotto zu spielen!!! Wenn du mehr über die Hamburger Manufaktur wissen willst, guck mal hier:  http://www.3dogcamping.eu/de/

Alternativ gibt es auch noch die auch ganz interessanten Dachzelte. Für uns aber eher nichts, weil man für jede Fahrt zum Einkauf ins nächste Dorf ALLES wieder zusammenräumen müsste.
IMG_2462IMG_2459 IMG_2460Aber auch das: Keine schlechte Lösung, wie ich finde.

Auf Platz 2 meiner tollsten Camping-Entdeckungen: Der Mini-Caravan aus der Slowakei. Wunderschönes Retro-Design mit einer ganz tollen Küchenlösung. Und das Beste: Innen und außen – also auch im Küchenbereich – Lautsprecher für entspannte Surfer-Musik. Der ganze Anhänger ist klein und kompakt.
IMG_2484Bietet innen zwei bequeme Schlafplätze (mehr nicht), etwas Stauraum und wie gesagt die Küche, die im Heck untergebracht ist, zum Aufklappen. Außerdem kann man auf dem Dach noch zwei weitere Schlafplätze anbringen und diverse Sonnen-und-Regenüberdachungen.
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IMG_2478Das hier ist die Offroad-Variante. Gibts aber auch normal. Kosten ohne Extras: 8550 Euro. Auch kein Schnäppchen leider. Aber sooooo cool!! Mehr Infos hier: http://www.mini-caravans.com/de/

Auf Platz 3 – ein echter Klassiker. Aber für mich immer noch eine Entdeckung: Der T@B. Der kleine Wohnwagen von Knaustabbert. Wunderhübsch, kugelrund und auf der Messe in diesem fröhlichen Mexican-Design.
IMG_2468 IMG_2469 IMG_2470 IMG_2471Die Sitzbank kann man zur Schlafgelegenheit umbauen, die Küche ist innen eingebaut, macht Kaffeekochen bei Regen gleich etwas angenehmer. Alles in allem ein tolles kleines Ding, kostet aber auch um die 10.000 Euro – in der Standardvariante.
Ach so. Wohnmobile und Wohnwagen hab ich mir auch von Innen angesehen. Sind meistens irgendwie ähnlich (viel Holzfurnier, immer noch überraschend viele Gardinen) und meistens entweder zu klein oder  zu teuer. Die Trucks hätten mich noch interessiert – in Halle 14.
IMG_2492 IMG_2493Aber die darf man nur mit Standpersonal betreten, alles andere ist abgeschottet. Eine unnötige Abgrenzung, ein „Wir-sind-was-besseres-Gehabe“, das uns so abgeschreckt hat, dass wir nicht mal um einen Besichtigungstermin bitten wollten.

Schade, liebe Truckaussteller, ihr verhindert damit, dass Menschen Träume entwickeln, im Kopf mit Euren Gefährten auf große Reisen gehen. Marketingtechnisch keine so gute Idee.

Alles in allem ist die Caravan-Messe aber toll. Und ganz wichtig – in Halle 5 vorbeischauen für Zelte, Klappliegen, Gasadapter, Gummi-Klappsiebe und anderen Camping-Kram, der den Kofferraum schön voll macht.
So. Ich gehe jetzt auf große Reise. Im Kopf. Mit Anhänger und Faltzelt. Hach….