3 wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards – Vol. 1

Beschlossene Sache also. Wir lernen Surfen. Der Mann, Baby Theo (ja, der auch ein bisschen) und ich. Und zwar irgendwo auf dem Weg zwischen Hennef-Altenbödingen und Portugal.

Vier Wochen haben wir uns für diese Elternzeit-Tour genommen – und ehrliche gesagt, es hätte keine weniger sein dürfen.

Denn Surfen haben wir wirklich erst auf den allerletzten Drücker gelernt, ungefähr 3000 Kilometer später. Dafür umso toller und absolut babykompatibel. Aber dazu später.
IMG_0188Unser Bus Möhrchen ist voll gepackt, die Vorhänge fertig – es kann losgehen.

Hier kommen 3 ganz wunderbare Orte für Baby, Bulli und Boards:

1- Grayan et l’Hôpital an der französischen Atlantikküste – Campingplatz Le Gurp

Erstes Ziel der Tour – die Atlantikküste. Irgendwo muss die Suche nach einem schönen Surfspot ja beginnen.

Wir machen einen kleinen Schlenker durch die Auvergne, das vulkanische Herz Frankreichs, wandern auf den Puy den Dôme und entdecken den fabelhaften Campingplatz „Domaine les Gandins“ in Saint-Germain-de-Salles.
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Deshalb mogele ich den hier schnell dazwischen: Ein Landhaus von 1674 bildet den Kern, drum herum gibt es Hütten, große luxuriöse Zelte, Ferienwohnungen und natürlich Wiesen mit Bäumen für alle anderen (Freiluft-)Gäste.

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Das tolle Grundstück ist direkt an der Sioule gelegen, einem malerischen Fluss, in dem man auch baden kann. Außerdem gibt es einen Pool, Lagerfeuerstellen, eine kleine Open-Air-Bibliothek mit WLAN und wer möchte, kann sich fürs Abendessen anmelden und zusammen mit anderen – meist holländischen Familien – an einer großen Tafel und mit gutem Wein den Tag ausklingen lassen.

IMG_4887 IMG_4888 IMG_4893 IMG_4894Alles sehr gepflegt, wirklich superhübsch und auf jeden Fall eine Übernachtung wert. Preis: um die 36 Euro inklusive Strom pro Nacht für zwei Personen und Kind.

ABER – da wollen wir trotzdem nicht bleiben. Wir wollen ans Meer.

Der zauberhafte Mann weiß auch wohin. Le Gurp heißt der Campingplatz im Médoc, etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux und offenbar sehr beliebt bei coolen deutschen Camperfamilien. Die Betonung liegt auf cool.
IMG_0054 IMG_4943Auf diesem staatlichen Campingplatz gibt es keine Parzellen, dafür großzügige Plätze mitten zwischen Pinien, fünf Minuten vom Meer entfernt.
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„Irgendwie sind hier alle lässig“, denke ich direkt beim Ankommen. Aber nicht auf so eine gewollte, anstrengende Art, nein, irgendwie wirklich lässig. Ich glaube, die meisten kommen schon seit Jahren hierher. Und ich weiß jetzt wieso.

Der Pinienwald duftet, ich höre das Meeresrauschen, schaue mir die unterschiedlichsten Campingmodelle an – vom selbstausgebauten Bus, über die Auto-und-Zelt-Variante bis hin zum Airstream.

Ich sehe jede Menge Kinderbanden umherstromern und genieße das Draußensein. Das ist gleich zu Beginn vielleicht das Tollste: Draußen zu sein. Quasi rund um die Uhr. Baby Theo ist superentspannt, krabbelt und robbt durch die Gegend, untersucht die Zapfen, freut sich über die Nachbarskinder, hält Mittagsschlaf in der Hängematte.
IMG_0050Alles perfekt. Wäre da nicht – das Schlafen. Es ist nicht laut, gar nicht. Aber unbequem. Wir haben zwar eine dicke Decke unter uns ausgebreitet, aber die umgeklappten Sitze vom T4 sind einfach genau das: UNBEQUEM. Ich beneide Theo um sein selbstgebautes Bett, dabei ist gerade mal eine Woche um. Und es wird noch schlimmer werden, das ahne ich bereits.

Das Baby, das gar kein Baby mehr ist, feiert hier übrigens seinen ersten Geburtstag!
IMG_0059 IMG_4924Mit Kerze von den Nachbarn, Erdbeertörtchen und Milch zum Frühstück. Diese Erinnerung: unbezahlbar.
Der Rest: Preis pro Nacht in unserer Konstellation: 20 Euro.

Aber wir sind ja zum Surfen hier. Das Meer ist fünf Minuten zu Fuß entfernt. Es gibt auch eine ganz okaye Surfschule. Nur irgendwie… naja es ist kühl, einen Tag regnet es, wir haben keine Neoprenanzüge – und überhaupt: Es muss ja nicht gleich der erste Ort sein, oder?

Wir beschließen, wiederzukommen. Auf dem Rückweg. Wenn wir surfen können. Hoffentlich.

Hier noch schnell:

3 schöne Ausflüge rund um Le Gurp

1- Montalivet-les-Bains.
IMG_4949 IMG_4950Ca. 15 Kilometer von Le Gurp, gibt es einen tollen täglichen Markt. Was dem Deutschen die Currywurst, ist dem Médoc-Bewohner die Auster. An langen Stehtischen gibt’s frische Austern satt. 12 Stück und ein Glas Weißwein für 6 Euro. Herrlich!

2- Soulac-sur-Mer
IMG_4914Ein sehr hübscher Badeort. Aber das Beste ist: Es gibt eine lange Shoppingmeile mit vielen netten Läden.

3- Die Sardinade
IMG_0036 IMG_0041 IMG_0037So heißen mehrere kleine Volksfeste in der Gegend. Wir waren in Saint-Vivien. Es gibt gegrillte Sardinen (natürlich!) oder Muscheln und eine große Flasche Weißwein für kleines Geld. Dazu ein bisschen Dorfdisco, weinrote Wangen und liebenswerte Menschen. Unbedingt besuchen. Und falls gerade kein Fest ist – in Saint-Vivien gibt es eine tolle Tapas-Bar direkt am kleinen Hafen.

PS: Surfen kann man in Le Gurp auch ganz fabelhaft. Aber das werden wir erst auf dem Rückweg herausfinden.

PPS: Einziger, dafür großer, Minuspunkt in Le Gurp: Die Toiletten sind echt nur mäßig sauber.

So jetzt aber weiter. 2 wunderbare Orte fehlen ja noch. Einer in Nordspanien und einer in Portugal. Den nächsten gibt es morgen. Damit Du beim Lesen nicht müde wirst.

4 Wochen Surftour mit Baby und Bulli durch Europa und 4 nützliche DIY-Umbauten zur Vorbereitung

Ich gebe es zu: Ich bin Schuld. Ich habe unserem alten VW-Bus namens Möhrchen das Kennzeichen verpasst. SU-RF. Surf!!!! Und schon damals hat mich der Mann gescholten. Zu recht.

Was für ein Angeber-Kennzeichen für zwei Menschen, die überhaupt nicht surfen können.

surfIch für meinen Teil habe im Leben noch nicht auf so einem Ding gestanden. Das muss sich ändern. Ich will kein Angeberkennzeichen durch die Gegend fahren. Also Plan gefasst: Der Mann nimmt Elternzeit für Baby Theo und wir drei gondeln mit Möhrchen Richtung Süden um Surfen zu lernen. Frankreich, Nordspanien, Portugal – irgendwo wird es schon gehen.

Gut, dass Möhrchen immerhin eine umklappbare Rückbank und einen Tisch hat. Sonst aber nix. Machen wir uns an die Arbeit. Hier kommen 4 NÜTZLICHE DO-IT-YOURSELF-UMBAUTEN, die uns echt geholfen haben.

1- Kommode statt Sitz. Bei Amazon 60cm-breite Kommode geschossen. Sitz hinter dem Fahrersitz ausgebaut, Kommode auf Brett geschraubt, Brett und Kommode am Boden festgeschraubt. Und oben auf der Kommode noch eine ausrangierte Ikea-Holzkiste. Das alles für Küchenutensilien, die sonst garantiert vier Wochen lang durch die Gegend fliegen. Die Plastikdinger sind Babysicherungen, die in verhindern sollen, dass die Schubladen während der Fahrt aufgehen. Gibt’s bei dm.

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2- Blickdichte Vorhänge.
Es sollte Verdunklungsstoff sein, damit ja auch nicht das kleinste Fitzel greller Campingplatz-Beleuchtung reinscheint und wo möglich das Baby vom Schlafen abhält. Ich hatte die komplett Verdunklung ja eigentlich für überflüssig gehalten, aber der Mann hat sich durchgesetzt. Sehr zu recht, wie sich zeigen wird. Stoff für 5 Euro den Meter im Internet gekauft – und dann folgt die Sternstunde von unserer Freundin Vivi (Vivilovely), die unter anderem auf Dawanda (aber nicht nur da) ihre tollen Taschen verkauft. http://de.dawanda.com/shop/vivilovely. Die Frau kann also nähenIMG_2300IMG_2301 – und hat uns netterweise die Vorhänge für die Rundumverfinsterung fabriziert. Tausend Dank dafür. Das war großartig! Stabile Yacht-Druckknöpfe von Prym an Buswand und Stoff geschraubt und gehämmert – fertig.

3- Ein Babybett im Bus. Damit eins klar ist: Baby Theo darf sehr sehr gerne zwischen uns schlafen. In Ausnahmefällen. Oder irgendwann ab 8:30 Uhr morgens. Ansonsten – auch sehr gerne, nur dass ich dann eine wirklich schlaflose Nacht verbringe. Ist zwar zauberhaft, aber einfach zu eng wenn sich der kleine Kerl so an mich schmiegt. Deshalb muss eine Lösung her  – und der ebenfalls zauberhafte Mann findet sie im Internet.

IMG_2352IMG_2353IMG_4813Das Kinderbett liegt quer über Fahrer und Beifahrersitz auf dem Fensterrahmen auf und hat Stoffumspannungen, damit Baby Theo im Schlaf nicht runterpurzelt.
Man nehme 6 lange Holzlatten aus dem Baumarkt und zwei kurze Querlatten, schraube alles aneinander, spanne einen Billo-Ikea-Stoffvorhang drumherum und hake die überstehenden Reste mit Gummispannern fest. So ganz grob. Dann noch eine Kinderbett-Faltmatratze drauf und fertig. Hört sich komplizierter an als es ist, sage ICH, auch wenn ICH nur das Stofftackern übernommen habe.

Die genaue Anleitung zum Nachbauen findest du hier: http://www.gaskutsche.de/tipps_kinderbett.php

4- Ein Sonnen-Regen-Dach. Wir werden draußen sitzen. So gut wie ausschließlich, das ist klar. Eine Markise zum Rauskurbeln gibt es für den Bus, aber die ist uns zu teuer. Deshalb auch hier: Eigenbau. Eine Schiene an die Regenrinne geklebt, ein Stück LKW-Plane im Internet bestellt und ein paar Ösen dazu, um die Zeltstangen einzuhaken. Außerdem einen Keder, eine Randverstärkung, die uns wiederum Vivi netterweise an die Plane genäht hat. Ohne Industrienähmaschine wäre das glaube ich nicht gegangen. Die Plane kann man jetzt am Bus entlang „einfädeln“ – oder wie sagt man? Und dann mit den Zeltstangen und Schnüren aufrichten. Outdoordeutsch – Trieneke, Trieneke – Outdoordeutsch. Gemeint ist das hier:
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Klar könnten wir auch im Bus sitzen, am Klapptisch. Aber mit Baby kann ich das nicht empfehlen. Lieber Matschhose an und Baby draußen rumkrabbeln lassen – und dann sitzen wir selbst bei Regen schön unterm Dach, schlürfen heißen Kaffee, lesen und schauen Baby Theo beim Matsch essen zu.

Die Reise kann beginnen. Vier Wochen, ein Ziel: Surfen lernen. Egal wo. Und eins kann ich dir sagen: Wir haben Surfen gelernt. Aber dazwischen lagen 7000 Kilometer im Bus. Das Beste von der Tour, was sich an Umbauten bewährt hat und was nicht – und ein paar gute Tipps für Campingtouren mit Baby – gibt es hier. Ganz bald.